11.12.2018

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Mittelstand: Digitalisierung kann Fachkräfteproblem nicht lösen

Aus Sicht der mittelständischen Wirtschaft werden viele Tätigkeiten auch künftig von qualifiziertem Personal ausgeführt werden müssen. Lediglich jeder zehnte Befragte (10,3 Prozent) in einer Umfrage von Creditreform erwartet, dass die Digitalisierung von Geschäftsprozessen das Fachkräfteproblem lösen kann.

Etwas optimistischer als der Durchschnitt sind die Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor. Online-Plattformen als eine Form der Digitalisierung nutzt der deutsche Mittelstand bislang kaum für den Verkauf seiner Produkte und Dienstleistungen. 86,1 Prozent der befragten Unternehmen sagten, sie würden Online-Plattformen im betrieblichen Vertriebsalltag nicht verwenden. Lediglich eine Minderheit von 13,2 Prozent der Befragten hat ihr Geschäftsmodell wenigstens teilweise auf die sogenannten Plattform-Ökonomien ausgerichtet. Im Handel liegt dieser Anteil allerdings bei 24,9 Prozent und ist wachsend.

Plattform-Ökonomien noch wenig verbreitet

Im Gegensatz zum Verkauf sehen die befragten Unternehmen nennenswerte Vorteile des Online-Handels aber beim Einkauf. Knapp die Hälfte der Mittelständler (54,5 Prozent) bezieht Material oder Vorprodukte zumindest zum Teil schon über das Internet - vorn liegen hier die Dienstleister (58,8 Prozent). Allerdings war die Nutzung der Einkaufsplattformen bei der Befragung im Frühjahr 2017 schon einmal stärker verbreitet gewesen.

Digitalisierung erfordert Investitionen

Um für den digitalen Wandel gerüstet zu sein, sehen die mittelständischen Unternehmen großen Investitionsbedarf. Immerhin 23,9 Prozent der Befragten bezeichneten ihren Investitionsbedarf als hoch bzw. sehr hoch. Dabei könnten Investitionen erforderlich werden, weil die Unternehmen Nachholbedarf in Sachen 'Digitalisierung' sehen oder aber, weil das digitale Geschäft ausgebaut werden soll. Als sehr gering bzw. gering schätzten 25,2 Prozent der Befragten den Investitionsbedarf ein. Fast jeder Zweite (45,7 Prozent) gab einen mittleren Bedarf an und 3,9 Prozent haben gar keinen.

(Creditreform / STB Web)

Artikel vom: 10.10.2018